Meine therapeutische Haltung ist durch verschiedene Therapieformen geprägt. Hierzu zählt in erster Linie die Verhaltenstherapie und die Existentielle Psychotherapie. Darüber hinaus ist meine Arbeit durch die Religionspsychologie beeinflußt, wobei meine persönlichen Werte und Überzeugungen dem christlichen Glauben entspringen.

Zur Orientierung sollen die folgenden kurzen Zusammenfassungen dienen.

           Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
           sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
                                                               SENECA

Die Verhaltenstherapie ist eine an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte Therapierichtung. Sie geht davon aus, dass menschliches Erleben und Verhalten - aufbauend auf körperlichen Anlagen - im Lauf des Lebens größtenteils erlernt wird.

Alle Menschen sind geprägt von ihren lebensgeschichtlichen Erfahrungen. Was aber erlernt wurde, kann im Bedarfsfall auch wieder verlernt werden. Dies gilt gleichermaßen für "normales" wie auch problematisches Verhalten, für Gedanken genauso wie für Gefühle. Negative Lernerfahrungen können vor allem dadurch korrigiert werden, dass wir andere, bessere Fähigkeiten erwerben. Dazu bietet die Verhaltenstherapie in vielen Bereichen ein Neulernen an, vermittelt aktive Fähigkeiten zur Lebensbewältigung und fördert außerdem die (immer vorhandenen!) persönlichen Stärken und Talente.

Die Verhaltenstherapie nimmt an, dass psychische Probleme, seelische Störungen und psychosomatische Erkrankungen auf Fehlentwicklungen in der persönlichen Vergangenheit zurückzuführen sind. Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, ist aber nicht nur die frühe Kindheit von Bedeutung. Selbst später noch, können bestimmte Erfahrungen zu ernsten Schwierigkeiten führen, wobei meist psychische, körperliche und soziale Einflüsse zusammenwirken.

Umgekehrt wissen wir, dass die menschliche Entwicklung einen lebenslangen Prozess darstellt. So besteht gute Hoffnung, auch bei einer relativ "schwierigen" Kindheit oder Vergangenheit durch eine Verhaltenstherapie positive Bewältigungsmöglichkeiten zu erwerben - nach dem Motto: "Was kann ich ab jetzt, trotz alledem, mit Blick nach vorn für mich erreichen?"

Ähnlich wie ein Fahrlehrer ist der Therapeut ein wohlwollender Begleiter, vermittelt neue Fähigkeiten, regt Veränderungen und bessere Lösungen an und hilft beim Beseitigen von Hindernissen, die dem Wohlbefinden im Alltag im Wege stehen (z.B. Ängste, Depressionen, negative Einstellungen usw.). Wenn Sie als Patient die Anstöße Ihres Therapeuten aufgreifen und - im Rahmen Ihrer Möglichkeiten - aktiv mitarbeiten, leisten Sie einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Therapie gelingt.

 

Dies ist eine unter Psychotherapeuten nur sehr selten vertretene Schule. Der derzeit wichtigste lebende Vertreter existentieller Psychotherapie ist der amerikanische Hochschulprofessor für Psychiatrie Irvin Yalom. Der Öffentlichkeit dürfte dieser Name insbesondere in Verbindung mit seinen beiden in den letzten Jahren erschienenen Romanen "Als Nietzsche weinte" und "Die rote Couch" bekannt sein.

Existentielle Psychotherapeuten versuchen in ihrer Arbeit, mit ihren Patienten zusammen wesentlichen sogenannten "Existentialien" nachzuspüren und deren Bedeutung für die Symptomatik bzw. Probleme des Patienten zu klären. Existentialien sind grundlegende Tatsachen des Lebens, die für mehr oder weniger jeden Menschen eine Rolle spielen. Es handelt sich somit um universell wichtige Themen, mancher Autor spricht auch von den "letzten Fragen". Yalom rückt vier Existentialien in das Zentrum seines Denkens: Freiheit, Isolation, Tod und Lebenssinn.

Die existentielle Psychotherapie ist nicht durch Methoden definiert, sondern durch ein grundlegendes Menschenbild. Insofern steht existentielle Psychotherapie der Philosophie sehr viel näher als andere Formen der Psychotherapie.

In den letzten Jahren sind Themen wie Spiritualität, Religiosität und persönliche Glaubensüberzeugungen wieder mehr in den Interessensbereich, der Psychotherapie eingetreten. Sei es mit dem eher buddhistisch beeinflussten Ansatz der Achtsamkeit oder anderen Therapierichtungen, wie der Akzeptanz- und Commitment-Therapie oder der Logotherapie von Frankel.

Weiterhin kommt es im Rahmen der psychotherapeutischen Arbeit immer wieder zu Fragen nach dem Sinn und nach Werten des Lebens. Hier sollte dem Patienten, wie in anderen wichtigen Lebensbereichen, eine wohlwollende Begleitung angeboten werden. Daher scheint es mir folgerichtig, bei entsprechendem Anliegen des Patienten, auch Themen, wie Vergebung, Existenzformen nach dem Tod oder auch Werte und Prinzipien des Lebens aufzugreifen.

Hier scheint es für mich wichtig zu sein, dass transparent wird, welchem religiösen Hintergrund ich zuordenbar bin. Dies ist der christliche Glaube. Das schließt zwar nicht die Auseinandersetzung mit anderen spirituellen Richtungen aus, wobei es jedoch einiger Übertragungsarbeit bedürfte, wenn christlich geprägte Begriffe, wie Vergebung, für andere religiöse Überzeugungen nutzbar gemacht werden sollen.

Daher wird der Einfluss auf die Psychotherapie bei mir sehr begrenzt sein, wenn unterschiedliche Glaubensüberzeugungen zwischen Therapeut und Patient bestehen.